Cloud: Der Wendepunkt in der IT-Industrie

Ich habe vor kurzem ein interessantes Buch aus dem Jahre 2011 gelesen: Consumption Economics von J.B. Wood, Todd Hewlin und Thomas Lah. Ich finde dieses Buch deswegen lesenswert, weil man den Autoren eine gewisse Weitsicht nicht absprechen kann. Nicht wenige Thesen sind mittlerweile Realität geworden.

Die Autoren betrachten die Cloud als DEN grossen Wendepunkt für die IT-Industrie. Sie geben in ihren Buch einen Ausblick darauf, was Technologiekonzerne tun müssen, um diesen Wendepunkt als Chance zu erkennen, um auch in Zukunft konkurrenz- und somit überlebensfähig zu bleiben.

Nicht wenig überraschend beschreibt dieses Buch den Trend, dass Kunden in Zukunft immer seltener hochpreisige IT-Anschaffungen aus deren „Capex“-Budgets (Investitionskosten) bedienen wollen. Stattdessen soll für die gleiche Anschaffung weniger Geld aus den „OpEx“-Budgets (Betriebskosten) fliessen. Auf diese Art und Weise wird das finanzielle Risiko für IT-Anschaffungen elegant von der Buchhaltung der Kunden auf jene der Anbieter übertragen. Kunden werden auch nicht mehr akzeptieren, dass bei in der IT-Branche üblichen Investionen über vier Jahre beim „Go-Live“ (also dann, wenn in der Regel der Wartungsvertrag zu laufen beginnt) bereits 70% der Investitionen geleistet wurden. Um diesen Kundenwünschen gerecht zu werden, bieten sich IT-Lösungen aus der Cloud förmlich an. Kunden gehen mit Cloud-Providern eine Vertragsbeziehung für ein OnDemand-Modell ein. D.h., Umsatz wird nicht mehr über eine einmalige Investitionen generiert, sondern über viele sogenannter „Mikro-Transaktionen“, die dem Kunden nach Bedarf verrechnet werden: zusätzliche User, CPU-Leistung, Speicherplatz, Module, Features, etc.

Der in diesem Buch beschriebene Wendepunkt bietet für die IT-Industrie auch enorme Chancen. Wenn Kunden in Zukunft vermehrt in Cloud-basierte IT-Lösungen investieren, gehen sie sozusagen eine „Echtzeit-Verbindung“ mit Cloud-Providern ein. Das bedeutet, dass jeder Mausklick eines Endbenutzers, der früher im Kundennetzwerk aufgezeichnet und auf Servern gespeichert wurde, für Cloud-Provider nun frei verfügbar ist. Das Potential dieser Daten ist – wie man sich leicht ausrechnen kann – gigantisch. Endbenutzerverhalten kann beispielsweise dazu genützt werden, um Cloud-basierte Lösungen in Echtzeit auf spezielle Kundenanforderungen anzupassen oder um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

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Über Bernhard Kainrath

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