Disruption und Bildung

Der Begriff Disruption ist allgegenwärtig und wird vorwiegend mit dem derzeit stattfindenden Umbruch der Digitalwirtschaft in Zusammenhang gebracht, in welchem traditionelle Geschäftsmodelle, Technologien und Produkte von Innovationen abgelöst und teilweise vollständig verdrängt werden. Bei Disruption geht es aber nicht nur um Technologien, sondern auch um Verfahren, Prozesse, Systeme, Denkweisen und Kulturen.

Bei ganzheitlicher Betrachtung von Disruption fällt auf, daß heute völlig neue Jobprofile entstehen, die es vor einigen Jahren noch gar nicht gab. Denken wir beispielsweise an das Berufsbild der Data Scientists, die die Förderung strategisch wichtigen Wissens aus riesigen Datenmengen beherrschen, um Unternehmen die richtigen Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Der Data Scientist und anderen zukünftige Berufsbilder erfordern aber Weiterbildungsbedarf im Bereich Digitale Kompetenz und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Herausforderung und Chance für jeden Einzelnen von uns, ebenso für Unternehmen, die in Weiterbildung und Umschulungen ihrer Mitarbeiter investieren werden müssen, um auch in der digitalen Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Ausserdem müssen Bildungsinstitutionen näher an die Wirtschaft rücken und flexibler auf deren Bedürfnisse reagieren. So wird die Digitalisierung insgesamt mehr Jobs schaffen, als verloren gehen.

So weit, so gut! Wenn wir die Themen Digitalisierung, neue Berufsbilder und Bildung im Kontext mit unseren Kindern betrachten, sollten wir keine Entweder-Oder-Diskussionen führen. Denn so wie die Online-Welt die Offline-Welt nicht vollständig verdrängen wird, die E-Books nicht die Buchwelt vollkommen umkrempeln werden, werden Internet-Kurse die traditionelle Bildung nicht ablösen. Die oft kritisierte wöchentliche Gedächtnisübung der Taferlklassler wird nicht einer ausschließlichen Förderung der Kreativität weichen. Und so wie Grundlagen in den klassischen Disziplinen Lesen und Mathematik den SchülerInnen hilft, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden, ist der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht unentbehrlich.

Die Disruption der Bildung wird dazu führen, dass individuelle Talente der Menschen so früh wie möglich identifiziert, gefördert, gestärkt und in Einklang mit den Anforderungen der Gesellschaft und der Wirtschaft gebracht werden. Denn wir werden in Zukunft nicht nur kreative Geister brauchen, sondern im Gegensatz dazu auch kühle, nüchterne Planer sowie alle anderen Fertigkeiten und Eigenschaften, die sich innerhalb dieses Spektrums befinden. Die große Herausforderung wird darin liegen, dieses Spektrum im Rahmen eines sich kontinuierlich weiterentwickelnden Prozesses lebenslang zu evaluieren und bei Bedarf anzupassen.

 

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Über Bernhard Kainrath

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